Zustieg zur Fridolinshütte
endlich am Gipfel :)
traumhaftes Sonnenlicht am Gletscher
Der Tödi ist mit seinen 3.612 Meter der „König der Glarner Alpen“ und besticht durch gewaltige Gletscherbrüche, riesige Eisflächen und ein Gipfelpanorama, das seinesgleichen sucht.
Egal ob im Winter als Skihochtour oder im Sommer als klassische Hochtour – diese Tour verlangt Kondition, alpine Erfahrung und sichere Technik.
Aufstieg über die Fridolinshütte und den Bifertengletscher
Der Ausgangspunkt für die Besteigung ist die Fridolinshütte. Der Zustieg erfolgt über einen Wanderweg und von der Terrasse der Hütte aus lässt sich bestens den Blick auf den Tödi genießen.
Früh morgens klingelt der Wecker. Im Winter gibt es um 4 Uhr Frühstück, im Sommer sogar schon um 3 Uhr. Stirnlampen an, letzte Materialchecks und dann geht es hinaus in die Dunkelheit.
Zunächst steigen wir über Wanderweg und Moräne auf den Bifertenfirn ab. Dort wird aufgefellt und wir marschieren im Licht der Stirnlampen, während sich langsam die Konturen der umliegenden Berge abzeichnen.
Schon bald taucht die erste Steilstufe auf. Im Winter geht es hier mit Spitzkehren und Harscheisen weiter, im Sommer mit Steigeisen. Selbst im WInter packen manche Seilschaften die Ski auf den Rücken und ziehen Eisen an - es ist wirklich steil! Die Passage verlangt Konzentration und die Spitzkehren müssen sitzen.
Danach wird das Gelände kurz flacher, bevor die zweite Steilstufe folgt – die eigentliche Schlüsselstelle der Tour. Hier führt die Route direkt unter beeindruckenden Seracs hindurch. Auch hier wird im Winter wird häufig abgeschnallt und zu Fuß gegangen, wir können die Stelle mit Ski bewältigen. Zwischen den gewaltigen Eisabbrüchen spürt man sehr deutlich, dass man sich in hochalpinem Gelände bewegt.
Hat man diese Passage geschafft, öffnet sich plötzlich ein riesiges Gletscherplateau. Genau hier beginnt der schönste Teil der Tour. Weite, offene Gletscherflächen und diese gigantische Hochgebirgslandschaft – einfach beeindruckend.
Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht spektakulärer. Kurz unterhalb des Gipfels wird im Winter Ski-Depot eingerichtet. Die letzten Meter führen dann zu Fuß über den Gipfelhang hinauf.
Auf 3.612 Metern angekommen, fühlt sich der Tödi wirklich wie ein König der Alpen an. Die Aussicht ist absolut gewaltig – bei guten Bedingungen reicht der Blick sogar bis zum Mont Blanc.
Nach diesem langen Aufstieg ist das einer dieser Gipfelmomente, die man einfach nicht vergisst. Wir machen allerdings nur kurz Pause - es ist sehr windig und ziemlich kalt!
Die Kombination aus Länge, Gletscherbrüchen, Höhe und anspruchsvollem Gelände macht die Tour ernsthaft – gleichzeitig aber auch unglaublich eindrucksvoll. Gerade die riesigen Eisabbrüche und die gewaltige Gletscherlandschaft bleiben mir bis heute im Kopf.
Abfahrt wie Aufstieg:
Im Winter wartet nach dem Gipfel eine fantastische Skiabfahrt. Vor allem oberhalb der Eisbrüche ist das Gelände unglaublich schön zu fahren. Für die steileren Passagen braucht man allerdings wirklich sichere Skitechnik und stabile Verhältnisse.
Im Sommer erfolgt der komplette Abstieg zu Fuß zurück zur Fridolinshütte. Dort angekommen schmecken Rivella, Suppe oder Kuchen wahrscheinlich doppelt so gut wie sonst.
Für mich definitiv eine der schönsten Hochtouren der Skihochtourensaison, auch wenn die knapp 1.900 Höhenmeter am Gipfeltag definitiv in den Beinen zu spüren sind 💜
- Höhenmeter: 1.900 HM ab Fridolinshütte inkl. Gegenanstieg
- Höhe 3.612 m (Piz Russein)
- Höhe Ausgangspunkt: Fridolinshütte 2.111 m
- Ausrichtung: Süd / Südwest
- Lawinengefahr: bei den Steilstufen durchaus lawinengefährdet
- Anforderungen: absolut sichere Spitzkehrentechnik erforderlich, sicheres Abfahren im Gelände notwendig
- Ausrüstung Winter: Tourenski, Harscheisen, Steigeisen, Pickel, Gletscherausrüstung
Disclaimer: Skitourengehen/ Skihochtourengehen ist eine alpine Sportart und bringt dementsprechende Gefahren mit sich. Dieser Tourentipp ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und keine Garantie für die Sicherheit anderer.
Fotos u.a. von Thomas Herdieckerhoff.